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Künstlerkolonie Nidden auf der Kurischen Nehrung - Zu Gast in Ferch

Künstlerkolonie Nidden - Zu Gast in Ferch


Das Fischerdorf Nidden - heute Nida - in Litauen wurde in den 1850er Jahren von Malern aus Königsberg entdeckt. Es zog viele Persönlichkeiten an, beispielsweise Wilhelm von Humboldt, Joachim Prinz von Preußen, Siegmund Freud, Heinz Rühmann und Thomas Mann. Nidden entwickelte sich in den Sommermonaten zum Künstlertreffpunkt - ähnlich wie die Havelländische Malerkolonie.

In der Zeit bis 1900 war der Impressionist Lovis Corinth einer der bekanntesten Maler der Künstlerkolonie Nidden. Im 20. Jahrhundert wurde Max Pechstein zum bedeutesten Künstler der Kurischen Nehrung, die er im Jahr 1909 das erste Mal besuchte. Nidden ließ nicht nur seinen eigenen Malstil reifen, sondern wirkte auch stilbildend für die gesamte Künstlerkolonie. 1913 verbrachte auch der Brücke-Maler Karl Schmidt- Rottluff dort den Sommer.

Weitere Künstler der Kolonie warendie Repräsentanten des Klein-Kurener Kreises Waldemar Rösler, Artur Degner, Alfred Partikel und Franz Domscheit. Von 1914 bis 1918 gehörte auch Theo von Brockhusen zu diesem Kreis.

Mit dieser Ausstellung erinnern wir an die Künstler der Kolonie Nidden/Litauen.

   
   

Wir zeigen die Ausstellung bis zum 20. Juli 2012.


Die Havelländische Malerkolonie

Die Havelländische Malerkolonie entwickelte sich Ende des 19. Jahrhunderts in der Region rund um den Schwielowsee. Die Nähe zu Berlin und Potsdam und die durch Seen, den Flusslauf der Havel sowie Wälder und Wiesen geprägte Märkische Landschaft bot Künstlern vielfältige Anregungen und Motive für ihre Arbeiten.

Im Gegensatz zu anderen Künstlerkolonien gab es in Ferch und am Schwielowsee keinen festen Zusammenschluss von Malern. Im Artikel »Ferch, ein Märkisches Malerdorf« aus der Potsdamer Jahresschau im Jahr 1928 wird jedoch ausführlich berichtet, wie der Ort durch die Künstler Karl Hagemeister und Carl Schuch als Künstlerort seine Anerkennung erhielt. Nach den beiden ersten Besuchern des Künstlerortes ließen sich am Schwielowsee weitere bildende Künstler nieder oder kehrten zu wiederholten  Aufenthalten zurück. Im Zuge des rasanten Wachstums der Stadt Berlin seit Mitte des 19. Jahrhunderts zog es die Künstler in die Region entlang des Flusslaufs der Havel. Sie kamen nicht als eine geschlossene Gruppe, die gleiche Ziele verfolgte, sondern als  Solisten. Die Erschließung des Berliner Umlandes durch Bahn und Schifffahrt förderte den Austausch zwischen der Metropole und ihrer Peripherie. Zeitlich begrenzte Aufenthalte oder Tagesausflüge boten jeder Art von künstlerisch Tätigen eine ideale Gelegenheit, in der Natur zu arbeiten und zu studieren.

Auch heute ist die Region rund um den Schwielowsee mit den Orten Caputh, Ferch und Geltow sowie der Stadt Werder Lebens- und/oder Arbeitsmittelpunkt einer Vielzahl zeitgenössischer Künstler.

Das Museum der Havelländischen Malerkolonie

Im Januar 2002 gründete sich der Förderverein Havelländische Malerkolonie e.V. mit dem Ziel, im letzten erhaltenen Kossätenhaus in Ferch ein Museum einzurichten.

Das reetgedeckte Fachwerkhaus aus dem 18. Jahrhundert war typisch für die havelländische Landschaft und das Ortsbild des Fischerdorfes Ferch. Die damalige Gemeinde Ferch (heute ein Ortsteil der Gemeinde Schwielowsee) erwarb das Haus, um es dem  Förderverein zur Nutzung zu überlassen. Die Sanierung des denkmalgeschützten Hauses, die Inneneinrichtung und die Herstellung der Außenanlagen wurden von der Gemeinde mit Hilfe öffentlicher Fördermittel realisiert. Seit der Eröffnung am 25. Juli 2008  wird das Museum von den Mitgliedern des Fördervereins ehrenamtlich betreut und geleitet.

Auf zwei Etagen werden im Museum der Havelländischen Malerkolonie Gemälde, Skulpturen, Grafiken, Fotografien und Dokumente zu Landschaftsmalern, die um 1900 am Schwielowsee tätig waren, gezeigt. Neben der Dauerausstellung mit Werken aus dem Bestand des Museums werden zeitlich begrenzte Themenausstellungen gezeigt.

Ausführliche Informationen bietet Ihnen das Buch Havelländische Malerkolonie Künstler am Schwielowsee um 1900, das Sie bei uns im Museum oder über unseren ► Online-Shop erwerben können.



Anschrift:
Museum der Havelländischen Malerkolonie
Beelitzer Str. 1 / Ecke Dorfstraße
14548 Schwielowsee / OT Ferch
Telefon: 033209 - 21025
e-Mail: museum[at]havellaendische-malerkolonie.de
   
Öffnungszeiten: Mai - Oktober Mi-So 11.00-17.00 Uhr
  November - April Sa+So 11.00-17.00 Uhr
  sowie nach Vereinbarung (für Gruppen)
   
Eintritt: 2,50 Euro pro Person, Kinder unter 14 Jahren frei
   
Ansprechpartner: Förderverein Havelländische Malerkolonie e.V.
Helga Martins
Tel: +49 (33209) 70941
www.havellaendische-malerkolonie.de
E-Mail: vorstand[at]havellaendische-malerkolonie.de