NACHGEFRAGT: Der frische Wind am Schwielowsee hält unvermindert an - Bergfest für Bürgermeisterin Kerstin Hoppe: Vier Amtsjahre hat sie hinter sich, ebenso viele stehen ihr bevor / Geltow künftig Arbeitsschwerpunkt

Zur Erinnerung: Was bewog Sie vor vier Jahren, von der Wirtschaft in die Politik zu wechseln?

Hoppe: Ich wurde damals von meinem CDU-Ortsverband Caputh als Bürgermeisterkandidatin aufgestellt, weil wir frischen Wind in die neue Gemeindeverwaltung bringen wollten. Viele Menschen am Schwielowsee forderten eine Veränderung und waren seinerzeit mit der Gesamtentwicklung nicht mehr ganz zufrieden. Darum sollte unternehmerisches Denken ins Rathaus einziehen, in dem nicht nur verwaltet, sondern vielmehr auch mitgestaltet wird.

Solch ein "Klimawechsel" fiel Ihnen und ihren Mitarbeitern am Anfang sicher nicht ganz leicht?

Hoppe: Das habe ich auch nicht erwartet. Vertrauen wird einem nicht geschenkt. Es muss hart erarbeitet werden. Aber inzwischen haben wir gelernt, miteinander umzugehen, die Stärken und Schwächen gegenseitig zu akzeptieren und gemeinsam Lösungen oder Kompromisse zu finden.

Entwickelt sich die Region unter Ihrer Regie jetzt zügiger?

Hoppe: Sie entwickelt sich nach den Schwerpunkten, die die Gemeindevertretung bei der Planung von Investitionen vorgibt. So konnten wir in Ferch und Caputh viele Straßen erneuern. Weitere Rad- und Uferwanderwege in der Gemeinde sind ebenfalls entstanden, und der traditionelle Fahrradsonntag läuft fast in Eigenregie. In Geltow wurden alle notwendigen Voraussetzungen geschaffen, um beispielsweise in den Kitabereich zu investieren. Die Freiwilligen Feuerwehren in Caputh und Ferch erhielten neue Gerätehäuser, wobei für Caputh bereits die vormalige Gemeindevertretung die Weichen stellte. Im Vorjahr wurde Ferch im Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" als Landkreissieger ausgezeichnet. Im Wahlprogramm haben wir uns u. a. vorgenommen, im Tourismus mit unseren Nachbarn zusammenzuarbeiten und Schwielowsee zu einer der attraktivsten Gemeinden in der Region werden zu lassen. Dabei sind wir auf einem guten Weg.

Wie zeigt sich das?

Hoppe: Mit der Stadt Werder entwarfen wir ein gemeinsames Gastgeberverzeichnis sowie die so genannte kleine Wasserwanderkarte. Gemeinsam mit Potsdam, Werder, Ketzin, Groß Kreutz, Brandenburg/Havel und seit kurzem auch Lehnin bilden wir die Wassertourismus-Initiative Revier Potsdam und Brandenburger Havelseen. Ebenfalls mit einer gemeinsamen Wasserwanderkarte haben wir unser gesamtes Revier unlängst auf der Bootsmesse in Düsseldorf vorgestellt.

Was nehmen Sie sich für die bevorstehenden vier Jahre vor?

Hoppe: Wie Sie wissen, haben wir unseren Arbeitsschwerpunkt ab diesem Jahr nach Geltow verlagert, ohne die übrigen Ortsteile zu vernachlässigen. In Geltow konzentrieren wir uns auf den Umbau der Kita und die Hortintegration an der Grundschule. Wir arbeiten am neuen Sport- und Vereinsgebäude. In Ferch wollen wir im nächsten Jahr das restaurierte Kossätenhaus als Museum der Havelländischen Malerkolonie übergeben. Nicht zuletzt soll die Gemeinde nach ihren Möglichkeiten auch auf die künftige Gestaltung der Caputher Mitte Einfluss nehmen können.

aus: MAZ, 31.01.2007