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Geschichte des Fördervereins und des Hauses

Im Januar 2002 gründete sich der Förderverein Havelländische Malerkolonie e.V. mit dem Ziel, im letzten erhaltenen Kossätenhaus in Ferch ein Museum einzurichten. Inzwischen ist das Museum seit seiner Eröffnung zu einer überregional bekannten Institution geworden. Der Förderverein betreibt mit seinen ehrenamtlich engagierten Mitgliedern das Museum, organisiert die Ausstellungen sowie begleitende Veranstaltungen und pflegt und erweitert kontinuierlich die Sammlung mit den Werken der Havelländischen Künstlern.

Das reetgedeckte Fachwerkhaus - Herberge des Museums - aus dem 18. Jahrhundert war typisch für die havelländische Landschaft und das Ortsbild des Fischerdorfes Ferch. Die damalige Gemeinde Ferch (heute ein Ortsteil der Gemeinde Schwielowsee) erwarb das Haus, um es dem  Förderverein zur Nutzung zu überlassen. Die Sanierung des denkmalgeschützten Hauses, die Inneneinrichtung und die Herstellung der Außenanlagen wurden von der Gemeinde mit Hilfe öffentlicher Fördermittel realisiert.

Die Havelländische Malerkolonie

Die Havelländische Malerkolonie entwickelte sich Ende des 19. Jahrhunderts in der Region rund um den Schwielowsee. Die Nähe zu Berlin und Potsdam und die durch Seen, den Flusslauf der Havel sowie Wälder und Wiesen geprägte Märkische Landschaft bot Künstlern vielfältige Anregungen und Motive für ihre Arbeiten.

Im Gegensatz zu anderen Künstlerkolonien gab es in Ferch und am Schwielowsee keinen festen Zusammenschluss von Malern. Im Artikel »Ferch, ein Märkisches Malerdorf« aus der Potsdamer Jahresschau im Jahr 1928 wird jedoch ausführlich berichtet, wie der Ort durch die Künstler Karl Hagemeister und Carl Schuch als Künstlerort seine Anerkennung erhielt.

Nach den beiden ersten Besuchern des Künstlerortes ließen sich am Schwielowsee weitere bildende Künstler nieder oder kehrten zu wiederholten  Aufenthalten zurück. Im Zuge des rasanten Wachstums der Stadt Berlin seit Mitte des 19. Jahrhunderts zog es die Künstler in die Region entlang des Flusslaufs der Havel. Sie kamen nicht als eine geschlossene Gruppe, die gleiche Ziele verfolgte, sondern als  Solisten.

Die Erschließung des Berliner Umlandes durch Bahn und Schifffahrt förderte den Austausch zwischen der Metropole und ihrer Peripherie. Zeitlich begrenzte Aufenthalte oder Tagesausflüge boten jeder Art von künstlerisch Tätigen eine ideale Gelegenheit, in der Natur zu arbeiten und zu studieren.

Auch heute ist die Region rund um den Schwielowsee mit den Orten Caputh, Ferch und Geltow sowie der Stadt Werder Lebens- und/oder Arbeitsmittelpunkt einer Vielzahl zeitgenössischer Künstler.

Ausführliche Informationen bietet Ihnen das Buch Havelländische Malerkolonie Künstler am Schwielowsee um 1900, das Sie bei uns im Museum oder über unseren ► Online-Shop erwerben können.