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Karl Hagemeister

1848 Werder (Havel) - 1933 Werder (Havel)

Karl Hagemeister wurde am 12. März 1848 in Werder (Havel) als Sohn des Obstzüchters Carl Friedrich Hagemeister und dessen Ehefrau Luise Friederike Puhlmann geboren. 

Karl Hagemeister wuchs auf der Inselstadt Werder auf. In seiner Jugend half er dem Vater beim Obstbau, bei der Fischerei und Jagd. 1870-71 war er als Lehrer an einer Volksschule in Pankow bei Berlin tätig. Er gab den Beruf auf, als Prof. Ferdinand Bellermann sein künstlerisches Talent erkannte und ihn an seinen Lehrer Friedrich Preller vermittelte. Preller, ein Schüler Goethes, leitete die ‚Freie Zeichenschule Weimar‘. Hagemeister studierte von 1871-1873 bei ihm und wurde auf ein intensives Natur- und Formenstudium gewiesen.
 
1873 reiste Hagemeister zum bayerischen Hintersee, wo er den Maler Carl Schuch kennenlernte. Die beiden jungen Künstler schlossen Freundschaft und unternahmen gemeinsam Studienreisen nach Wien, München, Brüssel, in die Niederlande und nach Venedig. Das Dorf Ferch kannte Hagemeister schon aus seiner Jugend. Mit Schuch studierte er hier im Sommer 1878 die Landschaft. 1880 arbeiteten sie in Kähnsdorf am nahen Seddiner See, 1881 wieder in Ferch. In diesem Winter zog Hagemeister ganz nach Ferch-Junkershäuser. Ein Besuch 1883/84 bei Schuch in Paris endete in einem Eklat: Schuch ertrug die künstlerischen Fortschritte des Freundes nicht und beendete die Freundschaft.
 
Vom tonigen ‚Naturstillleben‘ kam Hagemeister zu einer immer bewegteren Naturauffassung. Das Licht, die Farbe und die Naturstimmung besaßen für ihn einen hohen Stellenwert. Von 1892 bis 1912 lebte Hagemeister zurückgezogen im Entenfang bei Geltow. Stille Teiche, Seerosen, Birken und auch der Schwielowsee zählen zu seinen Motiven. 1908-1915 arbeitete er jedes Jahr für mehrere Monate in Lohme auf Rügen. Hier entstehen seine riesigen Wellenbilder im Sturm.
 
Ab 1910 wird Hagemeister zunehmend bekannter, 1913 erhält er die Goldene Medaille auf der ‘Internationalen Kunstausstellung’ in München. Zahlreiche Ausstellungen widmen sich seinem Werk, darunter die Galerie Heinemann in München (1912) und die Nationalgalerie Berlin (1923). Viele Museen kaufen seine Werke. Trotz seiner Bekanntheit lebt er seit 1912 mit seinem Bruder in dem bescheidenen Obstzüchterhaus in Werder. Kollegen wie Lovis Corinth und Max Liebermann zählen zu seinen Gästen. Hagemeister war ein bodenständiger und sprachbegabter Maler, dem jegliche Dogmen zuwider waren. Er lässt sich in seiner Eigenständigkeit keiner Richtung zuordnen. Nach langer Krankheit starb er 1933 in Werder. Zeitweise vergessen, wurde er durch mehrere Ausstellungen gewürdigt: 1998 in Potsdam und Berlin sowie 2001 in Potsdam gemeinsam mit seinem Meisterschüler Siegward Sprotte. 
(Text: Antje Hartmann und Anja Möller)

weitere Informationen:

>> Bröhan-Museum

>> Namen der Kunst: Karl Hagemeister

Literatur:

Karl Hagemeister - von Werder bis Lohme
Autor(en): Anja Möller
Verlag: Fischer, Bernd
Ausgabe: Broschüre - Seitenzahl: 32 - Erscheinungsdatum: 2006-05

Karl Hagemeister (1848-1933). Gemälde, Pastelle, Zeichnungen
Autor(en): Karl Hagemeister, Margrit Bröhan
Verlag: Nicolai'Sche Verlagsbuchhandlung
Ausgabe: Gebundene Ausgabe - Seitenzahl: 219 - Erscheinungsdatum: 1998