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Hans Wacker

1868 Düsseldorf - 1958 Ferch

Die Beziehungen und Dependancen der Galeristen zogen den Düsseldorfer Hans Wacker über Den Haag und Amsterdam 1914 nach Berlin. Von hier aus reist er 1916 durch die Mark Brandenburg und entdeckt, wie einige vor ihm, das idyllische Ferch am Schwielowsee. Bis er 1928 ein Haus am Wald in der Nähe des Wietkiekenberg erwirbt, vergehen noch einige Wanderjahre. 

Johann Heinrich Wacker wird 1868 als Sohn eines Schmieds in Düsseldorf geboren. Der Vater ermöglicht ihm neben einer Schmiedelehre zwei Jahre Zeichenunterricht in der Franziskaner Klosterschule Düsseldorf. Prof. Salentin und Achenbach fördern den Begabten. Studienaufenthalte führen Wacker nach Belgien, Holland, Frankreich, Schweiz und Italien.

Um seine siebenköpfige Familie zu ernähren, gründet er mit seiner Frau Elise 1896 eine Porzellanmalerei und –brennerei, in der er später Delfter Porzellanmaler einstellt. Nach dem Konkurs der Firma zieht die Familie 1913 nach Den Haag, später nach Amsterdam.
Die künstlerische Anerkennung als Maler geht der wirtschaftlichen voraus. Wackers Verkaufserfolge beginnen zögerlich. In den Niederlanden passt er seinen Namen dem dortigen Duktus an und nennt sich nun Hans Wacker-Elsen. Kurz vor dem 1. Weltkrieg siedelt er mit seiner Familie nach Berlin über und 1928 in seine Wahlheimat Ferch. Hier ist er bekannt mit Karl Hagemeister, Käthe Kollwitz und Max Liebermann.

Einige von Hans Wackers Werken wurden mit den Arbeiten Vincent van Goghs verwechselt, der sein großes künstlerisches Vorbild war. Holland und Belgien sind für Wacker wertvolle Studienerfahrungen. Er lernt von den großen Niederländern und vervollkommnet seinen Stil. Sein Oeuvre reicht über die niederländischen und Brandenburger Landschaften, Schiffs-, Fischer- und Seebilder bis zu Porträts, Selbstporträts und Stillleben. Hans Wackers Arbeiten wurden bald in wichtigen Galerien und Museen ausgestellt, darunter die Große Berliner Kunstausstellung, Kunsthalle Düsseldorf, Leopold-Hoesch-Museum Düren, Kunstverein Karlsruhe, Galerie Arnold Dresden, Galerie Caspers Berlin, Kunsthuis Buffa Amsterdam, Galerie Helbig München.

Als Wackers Sohn Otto, ein Kunsthändler, 1932 als Fälscher von etwa 30 van Gogh-Gemälden verurteilt wird, geraten auch dessen Bruder Leonhard und der Vater unter Verdacht. Hans Wacker gab die Fälschungen nie zu und nahm beide verdächtigten Söhne stets in Schutz.
Der Künstler beteiligt sich nach der Machtübernahme der Nazis 1933 an keiner Ausstellung und vereinsamt. 1942, zu seinem 75. Geburtstag, verweigert er sich der Presse. Erst 1948 versucht er mit einer Ausstellung in das öffentliche Leben zurückzukehren. Dieser Versuch scheitert an den Leihgebern. 

Wacker stirbt 1958 und wird auf dem Fercher Kirchhof beigesetzt.

(Text: Anja Möller und Antje Hartmann)


>> Artikel: Hans Wacker - Dem Geheimnis auf der Spur?
 von Klaus Fiedler als pdf zum download

Selbstbildnis des Malers mit Hut und Pfeife, 1915
Wacker ist 47 Jahre alt, Öl auf Karton, Privatbesitz



Segelschiff auf leicht bewegter See, 1907
Aquarell auf braunem Pergament, Privatbesitz


Das ehemalige Wohn- und Atelierhaus des Künstlers, 2006
wird zur zeit restauriert, Foto: Antje Hartmann