Gespräch im Museum der Havelländischen Malerkolonie: Karl Hagemeister und Carl Schuch. Warum die Freundschaft zerbrach?

Am 19. September 2008 lädt das Museum der Havelländischen Malerkolonie zwei Kunstexperten zum Gespräch ein: Dr. Margrit Bröhan, Leiterin Bröhan-Museum i.R. und Franz A. Morat vom Morat-Insitut für Kunst und Kunstwissenschaft in Freiburg führen in das Leben und Werk der Künstler Karl Hagemeister und Carl Schuch ein.
 
Hagemeister und Schuch zählen zu den frühesten und bedeutendsten Malern der Havelländischen Malerkolonie. Im Jahr 1873 lernten sie sich in Hintersee bei Berchtesgaden, einem Künstlerort und Treffpunkt vieler Münchener und Wiener Maler, kennen. Nach gemeinsamen Reisen durch Europa folgte Carl Schuch 1878 dem gebürtigen Werderaner Maler von Venedig nach Ferch an den Schwielowsee. „Ferch, dem auch deine beste Zeichnung entstammt, muß ein reizendes Nest sein […]. Naturempfindung kann nur vertieft werden durch das intimste Einleben in ihr Wesen – völlig ungestört von außen.“, schreibt Schuch aus Venedig an Hagemeister.
 
Drei Jahre arbeiteten Hagemeister und Schuch in Ferch und seiner bewaldeten, hügeligen Landschaft. Hagemeister schrieb später von einer engen Freundschaft beider Maler, die damals Kunstauffassung, Atelier und Wohnung teilten. Trotz ihrer unterschiedlichen Herkunft verband sie in Ferch die Suche nach dem idealen landschaftlichen Motiv. Werke, die während ihres gemeinsamen Aufenthaltes am Schwielowsee entstanden, zeigen eine gemeinsame künstlerische Auffassung und die Zuwendung zur kontrastarmen Tonmalerei.
 
In Paris erfolgte 1883/84 der Bruch zwischen Hagemeister und Schuch. Wieder teilten die Künstler Atelier und Wohnung. Doch während des Malens kam es zum Eklat, der die Freundschaft zum erliegen brachte. Dennoch veröffentlichte Hagemeister viele Jahre später eine Monografie zum Leben und Werk seines früheren Freundes. Über 80 Briefe zeugen heute von der engen Beziehung zwischen Schuch und Hagemeister. Was waren die Gründe für die Auflösung der Freundschaft und welche eigenständigen, künstlerischen Wege gingen beide Maler?
 
Die geladenen Referenten werden sich diesen Fragen stellen. In der Vergangenheit haben sie sich eingehend jeweils mit den Künstlerpersönlichkeiten auseinandergesetzt. Dr. Margrit Bröhan ist Autorin des Katalogbuchs zu Karl Hagemeister anlässlich der Ausstellung im Jahr 1998 im Bröhan-Museum Berlin und Franz A. Morat ist Mitherausgeber der Monografie über Carl Schuch im Rahmen der Ausstellungen in Mannheim und München 1986.
 
Referenten:     Dr. Margrit Bröhan, Leiterin Bröhan-Museum i.R.
Franz A. Morat, Morat-Insitut für Kunst und Kunstwissenschaft, Freiburg
Datum:            19.9.2008
Uhrzeit:           19 Uhr
Ort:                 Gemeinde Schwielowsee, Potsdamer Platz 9, 14548 Schwielowsee
Veranstalter:   Museum der Havelländischen Malerkolonie
Eintritt:            3 € inkl. Museumsrundgang
Info-Telefon:    033209-210 25