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Gerhard Graf - Ausflüge ins Havelland

Einladungskarte

Mit dieser Würdigung von Gerhard Graf (1883 – 1958), der viele Jahre in Werder gelebt hat, möchten wir an einen profunden Porträtisten der märkischen Landschaft erinnern. In seinen Werken hielt er die Schönheit deutscher Städte, Häfen und Landschaften vor dem zweiten Weltkrieg fest. Von Auslandsreisen brachte er viele Motive bekannter Sehenswürdigkeiten Europas und der USA mit. Seine pastose impressionistische Malerei, teilweise in Spachteltechnik, in leuchtender, kontrastreicher Farbigkeit wurde in Fachzeitschriften stets positiv rezensiert.

Gerhard Graf wurde 1883 in Berlin als Sohn des Hofphotographen Heinrich Graf geboren. Nach seinem Studium etablierte er sich in Berlin, jedoch zog es ihn zum Malen aus der Großstadt in die Natur. 1925 baute er in Werder/ Havel am Plessower See ein Landhaus und 1932 erweiterte es noch um ein Atelier. Dieses Landhaus wurde von dem Architekten Otto Rudolf Salvisberg entworfen. Es wurde schnell zum beliebten Treffpunkt für Künstler, Literaten, Schauspieler und andere Kulturschaffende aus Berlin und Potsdam.

Viele Sommer verbrachte Gerhard Graf mit seiner Familie auf diesem märkischen Landsitz in Werder. Hier konnte er seine Erfahrungen auch an die junge Generation weitergeben. Er war ein hoch geachteter Kunsterzieher am Grunewald-Gymnasium in Berlin und seine Klassen waren regelmäßig am Plessower See zu Gast.

Was das Schaffen von Gerhard Graf auszeichnet, ist die Hingabe, mit der er den spezifischen Charakter „seines“ Havellandes zu fassen suchte. Mit dem ihm eigenen Malerblick erkundete er jeden Winkel, immer auf der Suche nach einem geeigneten Motiv. Dabei konzentrierte er sich auf Bildthemen aus Werder, Phöben, Ketzin, Fläming und immer wieder auf den Plessower See.

1948 gab Gerhard Graf seinen Wohnsitz in Werder auf und zog zurück nach Berlin-West, während seine zwei Töchter nach Schweden auswanderten. Bei einem Besuch der beiden Töchter 1958 in Stockholm verstarb er, wurde aber auf dem Friedhof in Berlin-Wilmersdorf beigesetzt.

Die 2008 in Werder gegründete Gerhard-Graf-Gesellschaft hat inzwischen begonnen, sein über die ganze Welt verstreutes Oeuvre zu erfassen – bisher über 300 Werke. Ein repräsentativer Querschnitt seiner Landschaftsmalerei – Ölgemälde, Aquarelle, Gouache und Zeichnungen – wird nun im Museum der Havelländischen Malerkolonie/ Ferch gezeigt. Da sich die Bilder vorwiegend in den Privatsammlungen befinden, werden sie in dieser Ausstellung zum ersten Mal zusammengestellt und öffentlich präsentiert.

Text: Prof. Dr. Jelena Jamaikina, Kuratorin der Ausstellung

Bernd Dreiocker für rbb Kulturradio 21. Juli 2011

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Motiv aus dem Fläming, Öl auf Sperrholz, 46 x 56 cm, PrivatbesitzBlick auf Werder mit der Hl.-Geist-Kirche, Öl auf Leinwand, 1932, 65 x 80 cm, PrivatbesitzFischerrei Wegener am Plessower See II, Öl auf Leinwand, 60 x 70 cm, Gerhard-Graf-GesellschaftLandhaus Graf am Plessower See im Winter, Öl auf Leinwand, 51 x 61 cm, Privatbesitz

Bannerbild: Phöbener Sandberge IV (Ausschnitt), Öl auf Leinwand, 60 x 70 cm, Privatbesitz