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Vorschau-
Ausstellungseröffnung am 20. April 2019 um 11:00 Uhr

Stadt – Land – Fluss

Künstleraustausch: Malerkollegen des Vereins Berliner Künstler an der Havel



Künstler waren schon immer auf Reisen. Sie suchten nach neuen Anregungen und Motiven, sie reisten, um neue Fertigkeiten und Techniken zu lernen, um andere Künstler zu treffen, um sich über aktuellen Entwicklungen, Kulturdebatten sowie Kunstausstellungen und nicht zuletzt über die eigene künstlerische Produktion auszutauschen – aber vor allem auf der Suche nach neuen Motiven, Lichtstimmungen und malerischen Herausforderungen der eigenen Palette.
 
Museum der Havelländischen Malerkolonie
Beelitzer Str. 1 / Ecke Dorfstraße
14548 Schwielowsee / OT Ferch
Telefon: 033209 - 21025 (nur während der Öffnungszeiten)
e-Mail: museum[at]havellaendische-malerkolonie.de

Öffnungszeiten:
Mai - Oktober
Mi-So 11.00-17.00 Uhr
November - April
Sa+So 11.00-17.00 Uhr
sowie nach Vereinbarung (für Gruppen)

► Informationen zur Anreise

Eintritt
3,00 Euro pro Person
ermäßigter Eintritt
2,50 Euro pro Person bei Vorlage der
- Gästekarte der Gemeinde Schwielowsee (gültig April - Oktober)
Kinder unter 14 Jahren frei

Ansprechpartner/Träger des Museums:
Förderverein Havelländische Malerkolonie e.V.
Carola Pauly
e-Mail: vorstand[at]havellaendische-malerkolonie.de
Künstlerkolonien entstanden im Lauf des 19. Jahrhunderts in Deutschland und Europa, indem Maler vor allem in den Sommermonaten in der freien Natur »plainair« malten, forschten und ihre künstlerischen Ideale und auch alternativen Lebensentwürfe umsetzten. Zeitgleich zu dieser Entwicklung gründeten sich die Künstlervereine in den Städten und kulturellen Ballungszentren. Der Verein Berliner Künstler (VBK) ist der älteste deutsche Künstlerverein, dessen Vorläufer bereits 1814 entstanden war, er selbst feierte 2016 sein 175-jähriges Jubiläum mit einer Ausstellungreihe zur zeitgenössischen Kunst und einer zur historischen Tätigkeit und Bedeutung des Vereins. In diesem Kontext wurde das Archiv gesichtet und neue wissenschaftliche Forschung publiziert.
Dabei stellte sich heraus, dass eine größere Anzahl der Maler, die Mitglied im VBK waren, auch im Havelland malten, die Natur und die Schönheit dieser Gegend (auf-)suchten, um sich ihrem künstlerischen Schwerpunkt, der Landschaftsmalerei, zu widmen. Licht, Luft, Sonne, das Wasser der Seen und der Havel, Wolkenspiele, Dörfer, Brücken, Bäume, Boote, verträumte Orte, Winterlandschaften muten wie ein Gegenkonzept zum turbulenten Treiben der Hauptstadt an.
37 Maler, die man im engeren Sinn zum Umkreis der Havelländischen Malerkolonie zählen kann und gleichzeitig Mitglied im VBK waren, konnten bislang identifiziert werden. (Anlage) Durch die Recherche nach den Malern taten sich auch neue Fragen und somit Forschungsfelder auf, die auf weitere Bearbeitung warten.
Auch Künstler wie Walter Leistikow, die nicht in den engen Kreis der Havelländischen Malerkolonie gezählt werden, spielen eine Rolle. Er malte und zeichnete nicht nur den Grunewald und die Mark, sondern explizit auch Havelstücke. Vor allem aber gehört er zu den treibenden Kräften, die dem Publikum die landschaftlichen Reize des Umlandes Berlins vor Augen führten und damit bildwürdig machten. Einige der Künstler, die in der Ausstellung zu sehen sein werden, zeigen seinen direkten malerischen Einfluss.

Aktuelle Ausstellung

Havelland - eine Winterreise

Karl Hagemeister, Winter am Schwielowsee, 1905Im 19. Jahrhundert kennzeichnete der Impressionismus eine neue entscheidende Entwicklungsstufe in der Malerei. Die impressionistischen Maler verließen ihre Ateliers und verzichteten auf die künstliche Beleuchtung. Sie malten im Freien und betonten das natürliche Licht. Dabei war es für sie eine  der großen Herausforderungen, die Schneelandschaft zu malen. Die Vorstellung, dass im Weiß alle sichtbaren Farben des Regenbogens vereinigt sind, reizte Maler so sehr, dass viele von ihnen Jahre auf die Darstellung von ’Weiß’ verwandten.

Karl Hagemeister hinterließ uns eine große Werkgruppe “Winterbilder“, in der er sich intensiv mit der Farbe ’Weiß’ auseinandersetzte. In diesen Bildern kamen seine neuen Erkenntnisse zum Ausdruck, vor allem bei der Wiedergabe des Himmels und  verschneiter Flächen.  Er verfeinerte sich in der Kunst, die subtile Weißskala des Schnees wiederzugeben, der nie einfach nur weiß erscheint, sondern Medium für blaue und rosa Zwischentöne ist. Er bemühte sich ebenfalls, das Verhältnis von Licht und Schatten so darzustellen, wie es das Auge wahrnimmt. Beim Schnee war es offenkundig, dass er auch im Schatten nicht das dickflüssige Dunkel der traditionellen akademischen Malerei annahm, sondern einfach den Abglanz der Umgebung einfing und reflektierte.
Auch die Maler der Landschaftsklasse von Professor Bracht an der Berliner Kunstakademie  hielten in ihren Bildern winterlichen Waldlichtungen, verträumte Seen sowie Flusslandschaften fest. Und sie entwickelten ihre eigenen Verfahren. So malten sie auf einem hellen Malgrund, verwendeten insgesamt aber eine dunklere Farbpalette. Einige von ihnen arbeiteten mit bereitem Pinsel und mit dicker Farbe,  partiell mit Ritztechnik. Andere – trotz des breiten Pinselstrichs – strukturierten die Oberfläche des Schnees in ihren sehr feinen Blauabstufungen.
Gemälde und Ölstudien von Johannes Hänsch, Karl Hessmert, Carl Kayser-Eichberg, Paul Lehmann-Brauns, Hans-Otto Gehrcke werden den Besuchern einen Einblick in ihre unterschiedlichen Maltechniken geben.

Wir zeigen die Ausstellung bis 14. April 2019,
Samstag und Sonntag von 11 - 17 Uhr

Museum der Havelländischen Malerkolonie Blick in die Daueraussstellung

Seit der Eröffnung des Museums der Havelländischen Malerkolonie im Juli 2008 werden regelmäßig wechselnde Themen- bzw. Personalausstellungen der Künstler der Havelländischen Malerkolonie gezeigt.

Herzstück des Museums ist der durch Ankäufe, Dauerleihgaben und Schenkungen stetig wachsende Bestand von Werken der Künstler der Havelländischen Malerkolonie. Diese Bilder werden mindestens einmal jährlich in unserer Winterausstellung von November bis April ausgestellt.

Die jährlichen Themen- bzw. Personalausstellungen (April - Juli und Juli - November) werden vor allem durch die Ausleihe von Privatleihgebern ermöglicht. Der Besucher hat so die Gelegenheit, viele wunderschöne Werke unserer Künstler zu sehen, die sonst selten ausgestellt werden.

Dank liebevoller und detailreicher Recherchen unserer Kuratorin Professor Jelena Jamaikina mit Unterstützung vieler fleißiger ehrenamtlicher Helfer des Fördervereins wird so jede Ausstellung zu einem einzigartigen Erlebnis.

Auf zwei Etagen werden im Museum der Havelländischen Malerkolonie Gemälde, Skulpturen, Grafiken, Fotografien und Dokumente zu Landschaftsmalern, die um 1900 am Schwielowsee tätig waren, gezeigt.